Das neue Literaturfestival: 27 Autoren - 37 Veranstaltungen - 20 Gemeinden
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Mit der „Erzählzeit ohne Grenzen“ vom 8. bis 14. März 2010 heben die Stadt und der Kanton Schaffhausen, vertreten durch ihren Verein Agglomeration Schaffhausen, sowie die Stadt Singen gemeinsam ein neues Literaturfestival aus der Taufe. Es wirken diesmal auch 18 Nachbargemeinden der beiden Städte mit. 27 Autoren geben einen Einblick in die aktuelle deutschsprachige Literatur. Außerdem erwarten das Publikum im Reigen der 37 Veranstaltungen auch hochkarätige Diskussionsrunden – zum Stellenwert von Literaturfestivals und zur Zukunft des Buches im Internet-Zeitalter.
Zu Gast sind arrivierte Autoren wie Adolf Muschg und Martin Walser, die das Festival mit einem Dialog über die deutsch-schweizerische Nachbarschaft eröffnen, Eveline Hasler, Margrit Schriber und Hanns-Josef Ortheil, um nur einige zu nennen. Die „Erzählzeit ohne Grenzen“ präsentiert aber auch zahlreiche weniger bekannte Autoren, deren Werk es unbedingt zu entdecken lohnt. Obendrein ist das Festival hochaktuell: Alissa Walser stellt ihren frisch erschienenen ersten Roman vorstellen, Inge Jens ihre erst jüngst veröffentlichten „unvollständigen Erinnerungen“ an ihr Leben, vor allem auch die vielen gemeinsamen Jahre mit dem Rhetorik-Professor und Schriftsteller Walter Jens. „Das Leben der Anderen“ steht als Motto über allen Lesungen. Biografisches rückt also in den Mittelpunkt der Erstauflage des neuen Festivals.
"Criminale" gab den Anstoß „Schaffhausen und Singen pflegen auf vielen Feldern eine hervorragende grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, betont der Singener Kulturbürgermeister Bernd Häusler. „Gekrönt wurde sie im kulturellen Bereich durch unser gemeinsames Krimifestival ‚Criminale‘ im Mai vergangenen Jahres. Dieses hat die Initialzündung für eine weitere, auf die Zukunft gerichtete Kooperation in Sachen Literatur gegeben. Bei der Organisation des großen Krimifestivals haben wir ein engmaschiges und sehr tragfähiges Netzwerk knüpfen können, das auch die Nachbargemeinden der Städte Schaffhausen und Singen einschließt, und uns nun zugute kommt“. Außerdem könne man bei der Organisation des neuen Festivals auf das Team bauen, das schon an der Ausrichtung der „Criminale“ maßgeblich beteiligt war.
Gefördert von Interreg IV und Sponsoren „Ein Vorhaben wie das neue Literaturfestival wäre für uns natürlich ohne finanzielle Unterstützung Dritter nicht realisierbar“, sagt Häusler. Er dankt den Verantwortlichen von Interreg IV, des gemeinsamen Förderprogramms der EU und der Schweiz, sowie den Sponsoren, die diese neue kulturelle Initiative kräftig unterstützen. „Ihnen ist es auch zu verdanken, dass wir mit Ausnahme unseres ‚Sonntagsfrühstücks‘ zum Abschluss alle Veranstaltungen bei freiem Eintritt anbieten können“, unterstreicht Häusler. Die Interreg-Mittel ermöglichten die Durchführung der „Erzählzeit ohne Grenzen“ für drei Jahre, also bis 2012. „Wir wünschen uns natürlich, dass sich das Festival bis dahin gut etabliert hat. Daran werden wir auch kräftig arbeiten“, so Häusler! Hauptsponsoren sind das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen, die Randegger Ottilienquelle, die Sparkasse Singen-Radolfzell und die Thüga Energie.
"Das Leben der Anderen" Mit dem Motto „Das Leben der Anderen“ sei bei dem neuen grenzüberschreitenden Literaturfestival auch das Leben auf der jeweils anderen Seite der Grenze gemeint, unterstreicht Regierungrat Reto Dubach, Mitglied der Kantonsregierung Schaffhausen. Mit der Veranstaltungsreihe wolle man den deutsch-schweizerischen Kulturaustausch intensivieren, das Publikum beiderseits der Grenze mit Autoren und literarischen Trends des jeweiligen Nachbarn bekannt machen, für Literatur werben und die Bevölkerung fürs Lesen und die Auseinandersetzung mit Literatur begeistern. Darüber hinaus sei auch ein Ziel, mit kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Nachbarn vertraut zu machen, die Begegnung zu fördern.
Otto Sander liest Thomas Bernhard Abschluss der ersten „Erzählzeit ohne Grenzen“ ist ein literarisch-musikalisches Sonntagsfrühstück mit dem bekannten Schauspieler Otto Sander am 14. März um 11 Uhr in der Stadthalle Singen. Er liest aus Thomas Bernhards Prosaarbeit „Meine Preise“, die zum 20. Todestag des Autors im Februar 2009 erstmals veröffentlicht wurde. Thomas Bernhard (1931-1989) war einer der bekanntesten österreichischen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Den Text „Meine Preise“ hatte er 1980 fertiggestellt, zu Lebzeiten aber nie publiziert. Zornig Rückschau haltend, zieht er darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung seiner Literaturpreise jeweils entwickelten.
Stets aktuelle Informationen zum neuen Literatur-Festival gibt’s im Internet unter http://www.erzaehlzeit.com
Die kostenlosen 40-seitigen Programmhefte sind bei den teilnehmenden Gemeinden sowie deren Büchereien erhältlich und liegen in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Tourist-Informations-Büros, Geschäften und Banken aus.
Vorverkauf für das Sonntagsfrühstück am 14. März bei:
Kultur und Tourismus Singen, Tourist Information, August-Ruf-Straße 13 (Marktpassage) oder Stadthalle, Hohgarten 4, 78224 Singen, Telefon +49 (0) 77 31 / 85 - 504 oder 85 - 262
Im Jahr 2010 teilnehmende Gemeinden: Beggingen, Büsingen, Gailingen, Gaienhofen, Gottmadingen, Hilzingen, Jestetten, Lottstetten, Mühlhausen-Ehingen, Neunkirch, Orsingen-Nenzingen, Schaffhausen, Singen Stein am Rhein, Steißlingen, Stetten, Tengen, Thayngen, Volkertshausen und Wilchingen
Kontakt und Informationen: Städtische Bibliotheken Singen August-Ruf-Straße 13 (Marktpassage) D-78224 Singen Telefon +49 (0) 77 31 / 85 - 292
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