Weinbau am Hohentwiel

Weinbau am Hohentwiel

Unterhalb der Festungsruine Hohentwiel bei Singen liegt Deutschlands höchster Weinberg. Dort gedeihen bis auf 530 Meter hinauf Rebstöcke die mit einem riesigen Angebot an mineralischen Nähstoffen verwöhnt werden. Deshalb ist auch künstlicher Dünger überflüssig. Die großzügig angebotenen Mineralstoffe lagern die Trauben ein, was dem Wein vom Hohentwiel sehr gut bekommt. Durch den hohen Gehalt an Mineralstoffen wird die Säure des Weins geschmacklich gemildert und verleiht dem Wein vom Hohentwiel eine feine fruchtige Note.

An den Hängen des Hohentwiels gibt es zwei Weinanbauflächen. Das Staatsweingut Meersburg betreibt den nach Südosten gelegenen Olgaberg. Der Elisabethenberg ist im Besitz des Weinguts Vollmayer und liegt in Richtung Südwesten. Am Olgaberg wird bis auf 530 Meter, am Elisabethenberg bis auf 562 Meter angebaut. Die nährstoffreichen und sich gut erwärmenden Vulkanverwitterungsböden sind die Standortvorteile am Hohentwiel. Inzwischen wurden die beiden Weinberge neu terrassiert, um diese besser bewirtschaften zu können. Außerdem ergab diese Umgestaltung eine bessere Sonneneinstrahlung.

Seit dem Jahr 1538 ist der Weinbau am Hohentwiel bereits belegt. Es wird jedoch vermutet, dass bereits im Jahr 970 durch Mönche Wein für den Eigenbedarf angebaut haben. Im 16. und 17. Jahrhundert war Wein nicht nur Getränk, sondern auch Teil des Soldaten-Soldes.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Burg zur Festung Hohentwiel ausgebaut. Da man dafür große Mengen an Baumaterial benötigte mussten Besucher üblicherweise Steine auf den Berg tragen. Als Dank erhielten Sie Wein und durften sich in ein Fremdenbuch eintragen. Dort sind auch Hinweise auf den Wein enthalten. Nach der Schleifung der Burg wurden die Weinberge weiter bewirtschaftet.

Nach der Reduzierung auf die besten Lagen wurden 1822 alle Anbauflächen erstmals verpachtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten schlechte Ernten zu einer Einstellung des Weinbaus im Jahr 1912.

Weingüter am Hohentwiel

Im Jahre 1928 begann Robert Vollmayer sen. wieder mit der Bewirtschaftung der Weinberge und 1930 konnte der erste Wein geerntet werden. Nur sechs Jahre später musste er die Grundstücke am Olgaberg dem Verpächter zurückgeben. Da er aber am Elisabethenberg eine weitere Fläche von fünf Hektar gepachtet hatte, konnte der Weinbau weitergehen. 1948 ging das Weingut an Robert Vollmayer jun. über. In den folgenden Jahren erweiterte er die Anbaufläche auf 6,3 Hektar. Eine weitere Erweiterung folgte zwischen 1963 und 1968 auf die heutige Größe von 15 Hektar.

Der Olgaberg hingegen ging 1949 an Walter Fahr aus Gottmadingen über. Zwanzig Jahre später, mit der Verwaltungsreform 1969, gelangte der Weinberg in den Besitz des Staatsweinguts Meersburg. 1974 betrug die Anbaufläche 7,5 Hektar, heute werden 6,5 ha bewirtschaftet.

Am Hohentwiel werden die Rebsorten Müller-Thurgau, Bacchus, Grauburgunder, Weißer Burgunder, Riesling, Traminer, Kerner, Chardonnay, Spätburgunder und Dornfelder und Cabernet Sauvignon auf insgesamt rund 22 ha angebaut.


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