er Hegau gehört nicht nur zu den malerischsten sondern auch zu den geologisch bemerkenswertesten Landschaften Deutschlands. All das, was uns heute in Faszination versetzt - die bizarren Vulkankegel, die hügelige Moränenlandschaft und der angrenzende Bodensee - ist das Ergebnis von geologischen Prozessen, die, wie schon der Heimatdichter Ludwig Finckh treffend bemerkte, den Hegau durch "Feuer, Eis und Wasser zu einem Paradies formte". Um Ihnen einen Einblick in die regionale Erdgeschichte zu gewähren, möchte der Hegau Tourismus e.V. Ihnen folgende Touren vorstellen:

Tour 1: Hegauvulkane
Tour 2: Stadterlebnis Schaffhausen und Rheinfall
Tour 3: Unterwegs zwischen Reiat und Randen
Tour 4: Engen, Tengen, Blumenfeld
Tour 5: Von der höchsten Erhebung des Hegau zur Donauversickerung
Tour 6: Über Karst, Höhlen und Quellen im nördlichen Hegau
Tour 7: Was Gletscher, Flusstäler und Kiesfelder gemeinsam haben
Tour 8: Moränenhügel rund um Stockach
Tour 9: Vom Molassemeer zum Schwäbischen Meer
Tour 10: Von Singen an den Bodensee
Tour 11: Von Hohlwegen auf dem Schienerberg und Badebuchten auf der Höri
Tour 12: Vom Ramser Quertal über den Schienerberg nach Stein am Rhein
Tour 13: Von Singen zum Hochrhein
Tour 14: Rheinschifffahrt von Schaffhausen nach Stein am Rhein


Ganz allgemein lässt sich die Erdgeschichte anhand bestimmter Ereignisse und Entwicklungsphasen in verschiedene Zeitabschnitte unterteilen, die auch unsere Region eindrucksvoll prägten. So entstanden beispielsweise im Tertiär - mitunter im Gefolge von durch die Entstehung der Alpen ablaufenden Prozessen - Schwächezonen in der Erdkruste. Es kam zu einer vulkanischen Tätigkeit, deren Höhepunkt vor etwa 14 Millionen Jahren war. Heiße Magma aus dem Erdinnern erreichte die Erdoberfläche und lagerte sich dort in Form von Lavaströmen, Tufflagen und vulkanischen Bomben ab, deren Formenvielfalt heute zur Einmaligkeit des Hegaus beiträgt.


Doch - um wiederum eine Beschreibung von Ludwig Finckh zu gebrauchen - "des Herrgotts Kegelspiel" erhielt erst im Quartär seinensprichwörtlichen "letzten Schliff". Mit Beginn dieses letzten Zeitabschnitts der Erdgeschichte setzte eine Abkühlung ein, die hauptsächlich auf der Nordhalbkugel für mehrmalige, phasenweise Vorstöße der Gletscher in das Vorland der Gebirge verantwortlich war. Dabei kam es zur Ablagerung verschiedener Moränen, aber auch von Schottern der Schmelzwasserflüsse. Die Hauptphasen der Kaltzeiten (Eiszeiten) werden im nördlichen Voralpenland nach den Flüssen Biber, Donau, Günz, Mindel, Riß und Würm benannt. Für die Gestaltung des Hegau spielen die Gletschervorstöße aus den Alpen eine entscheidende Rolle.


Die Eissohle des gewaltigen Rheingletschers fraß sich in die Tertiärschichten der Oberen Süßwassermolasse und die Vulkantuffe. Sie hobelte und schmirgelte mit ihrer Bodenfracht die damalige Landoberfläche ab und verbreiterte so die Täler und Senken. Allerdings widerstanden die harten vulkanischen Bildungen dem Angriff des Eises. Dadurch wurden die Vulkanschlote allmählich regelrecht "freigeschaufelt": Die Hegau-Berge sind folglich vielmehr "Vulkanruinen", deren heutige Formen durch Abtragung entstanden sind. In den Warmzeiten zwischen den einzelnen Kaltzeiten zogen sich die Gletscher wie heute in die Hochgebirge zurück. Die einzelnen Gletscher- und Schmelzwasservorstöße bewirkten jeweils eine Veränderung und Abrasion (Abtragung) der in der vergangenen Eiszeit abgelagerten Sedimentfracht. Jeweils jüngere Schmelzwässer tieften sich in älteres Material ein.


Heute finden wir ältere quartäre Schotter bevorzugt auf den Höhenrücken, während die Schotter und Moränen der jüngeren Kaltzeiten in den Tälern und Senken zu finden sind. Die zu Beginn des Quartärs bis auf 800 bis 900 Meter herausragende Hochfläche wurde auf diese Weise zerschnitten. Neben einzelnen Bergrücken entstanden in den Senken durch die vorstoßenden Gletscher oft tiefe Becken, von denen das Bodenseebecken das Bedeutendste ist. Erst durch die Abtragungen in den letzten 10000 Jahren, seit dem Ende der letzten Kaltzeit, entstand das heutige Landschaftsbild des Hegaus. Die ungebändigten Kräfte von Feuer, Eis und Wasser schufen hier eine einmalige Landschaft mit hohem Freitzeit- und Erholungswert.


Mit unserer geologischen Informationsmappe "Vulkane im Hegau", bestehend aus zwei Broschüren, einer topographischen und geologischen Karte laden wir Sie ein zu einer Zeitreise durch die abwechslungsreiche Entwicklungsgeschichte der charmanten und in ihrer Vielseitigkeit bezaubernden Region des Hegaus, des westlichen Bodensees und der angrenzenden Schweiz. Der Schwerpunkt unserer Broschüren, in denen neben ausführlich beschriebenen Touren auch die einzelnen Highlights detailliert beschrieben sind, liegt auf den vulkanischen Bildungen sowie auf den Auswirkungen der Eiszeiten mit ihren verschiedenen Vorstößen. Ferner wird stets auch auf naheliegende Rast- und Grillplätze, Museen und auf die verschiedenen Anfahrtsmöglichkeiten per Bus, Bahn oder Schiff verwiesen.