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Josef und Maria

So 27.11.2022 , 19:00
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Öffnungszeiten
Deutschland
Veranstalter
Kultur und Tagung Singen
Tel. +49 (0)7731 85-504
E-Mail an den Veranstalter
Vorverkauf ab 1. August 2022
Abo-Service & Ticketing, +49 (0)7731 85-504
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Schauspiel von Peter Turrini

mit April Hailer und Gerhard Garbers

Regie: Sewan Latchinian

Hamburger Kammerspiele


Zum erfolgreichen Abschluss des Weihnachtsgeschäfts überreicht die Direktion eines großen Kaufhauses den Angestellten „als Zeichen der Wertschätzung“ ein Fläschchen „Qualitäts- Branntwein“. Allen Mitarbeitern? Nein, ausgenommen sind ausländische und nicht ständig beschäftigte Arbeitnehmer wie Putzfrau Maria und Nachtwächter Josef. Nach der großen Feier treffen sie im leeren Kaufhaus aufeinander.

Eigentlich sind Josef und Maria beide schon pensioniert, bessern aber als vorweihnachtliche Aushilfskräfte ihre Renten auf. Kurz vor der Heiligen Nacht kommen sie ins Gespräch, erzählen einander die Stationen ihres Lebens, ihre Wünsche und Träume, gescheiterte und bewahrte Hoffnungen, politische und private Kümmernisse. Die temperamentvolle Maria war einst Varieté- Tänzerin und Männerschwarm, schwärmt von dieser aufregenden Zeit und hadert mit ihrem Schicksal. Vielleicht hält das Leben ja doch noch einmal eine freudige Überraschung für sie bereit? Auch der reservierte Josef hatte früher einmal ganz andere Pläne, winkte ihm doch eine große Schauspielkarriere. Im Gegensatz zu Maria ist er aber ganz froh, ab und zu vor seiner häuslichen Einsamkeit ins Kaufhaus zu flüchten.

So entsteht ein „Weihnachtsmärchen für Erwachsene“, ein charmantes Portrait zweier einsamer Menschen von der Rückseite der Wohlstandsgesellschaft. Beide versuchen schließlich, einander in einem spontanen, illegalen Fest der Liebe etwas von jener Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen die konsumorientierte Mitwelt versagt. Wenn der staksige Josef Maria schließlich zum Tango bittet und die ehemalige Tänzerin glücklich auflebt oder wenn sich das ungleiche Paar am Ende gemeinsam in einen Pelzmantel hüllt, dann bleibt es der Phantasie des Zuschauers überlassen, ob es das Ende oder der Anfang einer neuen Geschichte ist.

Regisseur Peter Turrini sorgte früher auf den Bühnen dieser Welt für Aufsehen, das Wiener Burgtheater war lange eine Art zweites Zuhause. 2011 wurde er mit dem Nestroy-Theaterpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. „Das Bild, welches die Gesellschaft von alten Menschen hat, wird am wenigsten von den Alten selbst bestimmt“, erklärt er die Idee hinter „Josef und Maria“. „Die Werbung entdeckt sie als 'spezifische Käuferschicht', das Fernsehen macht sie zu fröhlichen 'Senioren' ... Ich möchte Ihnen keine Geschichte über alte Menschen erzählen, ich möchte Ihnen Geschichten, Erinnerungen, Erzählungen, die ich von alten Menschen gehört habe, weitererzählen".





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