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Bennewitz-Quartett

Sa 06.02.2021 , 20:00
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Veranstalter
Kultur und Tourismus Singen
Vorverkauf
Tourist Information Singen, +49 (0)7731 85-262 oder -504


Kammerkonzert mit Werken von W. A. Mozart, Erwin Schulhoff und Franz Schubert

Jakub Fišer, Violine
Štěpán Ježek, Violine
Jiří Pinkas, Viola
Štěpán Doležal, Violoncello

Künstlersekretariat Rolf Sudbrack, Hamburg

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756-1791)
Streichquartett C-Dur KV 465 „Dissonanzenquartett“

ERWIN SCHULHOFF (1894-1942)
Fünf Stücke für Streichquartett

FRANZ SCHUBERT (1797-1828)
Streichquartett Nr. 14 d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“

 In der internationalen Kammermusikszene gilt das Bennewitz-Quartett als der Kulturbotschafter Tschechiens. Beheimatet in Prag, spielen die Musiker aufgrund ihrer Homogenität, ihrer technischen Perfektion, gepaart mit echter Empfindung, im Streichquartett-Olymp und verkörpern das böhmisch-tschechische Klangidiom. Namensgeber des Ensembles ist der bedeutende tschechische Geiger Antonín Bennewitz, Begründer der tschechischen Violinschule.  

Im Mittelpunkt des Streichquartett-Schaffens von Wolfgang Amadeus Mozart stehen jene sechs Quartette, die er seinem Komponistenkollegen und väterlichen Freund Joseph Haydn widmete. Sie seien die „Frucht einer langen und mühevollen Arbeit“, so lauten die berühmt gewordenen Worte im Widmungsbrief. Das C-Dur-Quartett ist das letzte in der Reihe und beginnt mit einer langsamen Einleitung, die harmonisch so komplex ist, dass die Zeitgenossen aufhorchen mussten. Für heutige Hörer sind diese aufregenden Dissonanzen zwar relativ harmlos, doch das C-Dur, das „durch Nacht zum Licht“ erreicht wird, wirkt umso heller im Spiel der Stimmen. Zusammen mit dem verinnerlichten Andante cantabile an zweiter Stelle, dem raschen, rhythmisch prägnanten Tanzsatz und dem temperamentvollen Rondo als Finalsatz formt sich ein Meisterwerk. Haydn äußerte sich übrigens gegenüber Mozarts Vater Leopold mit den nicht weniger bekannt gewordenen Worten: „Ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und dem Namen nach kenne: er hat Geschmack, und über das die größte Compositionswissenschaft.“

In den vergangenen Jahren ist die Musik der tschechisch-jüdischen Komponisten der Vorkriegszeit wieder ins Licht der Öffentlichkeit geraten. Erwin Schulhoff starb 1942 im KZ Wülzburg in Mittelfranken an Hals- und Lungentuberkulose. Schulhoff, der in den 1920er Jahren fasziniert vom Jazz, von der Zwölftonmusik und der Vierteltontechnik gewesen war, wurde als Kommunist, Jude und Komponist „entarteter“ Musik gleichermaßen verfolgt.

Die fünf Stücke für Streichquartett sind dem französischen Komponistenkollegen Darius Milhaud gewidmet. In seiner Widmung verrät Schulhoff, worum es ihm ging: prägnante Kürze der Sätze, suitenhafte Reihung, aphoristische Behandlung des Materials, eine freche Musik am Puls der Zeit. Frech, schräg und wie zitierend bewegt sich der Komponist auf dem Tanzparkett in Wien, in seiner tschechischen Heimat, in Argentinien und in Italien, die Tanzrhythmen des Walzers, der Polka, des Tangos und der Tarantella scheinen über die Saiten zu geistern.

Die Variationen über das Lied „Der Tod und das Mädchen“, das Franz Schubert auf ein Gedicht von Matthias Claudius komponiert hat, stehen im Zentrum seines berühmten Streichquartetts Nr. 14. Todesangst und Todessehnsucht, Aufbegehren und Ergebung aber durchziehen das gesamte Stück und bilden einen durch wenige lichte Momente aufgehellten „Totentanz“, der immer wieder fasziniert.

Buchen können wegen der stark begrenzten Platzzahl unter Corona-Bedingungen zunächst bevorzugt die Abonnenten. Falls darüber hinaus Plätze verfügbar sind, werden diese spätestens vier Wochen vor der Veranstaltung im Freiverkauf angeboten.



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