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"Der Zigeunerbaron"

Fr 01.02.2019 , 20:00
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Veranstalter
Kultur & Tourismus Singen
Vorverkauf
Tourist Information Singen, +49 (0)7731 85-262 oder -504

Vorverkaufspreis: 17,00/22,50/28,50/32,00 €
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"Der Zigeunerbaron"
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"Der Zigeunerbaron"

Operette in drei Akten von JOHANN STRAUSS

Libretto: IGNAZ SCHNITZER

Solisten, Chor und Extrachor des Theaters Pforzheim

Badische Philharmonie Pforzheim

Städteoper Südwest

Mit Menü-Arrangement (nur erhältlich bei der Tourist Information Singen)

Die Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauss Sohn (1825-1899) präsentiert das Theater Pforzheim in einer aufwändigen neuen Produktion mit Solisten, Chor und Extrachor sowie der Badischen Philharmonie Pforzheim im Orchestergraben. Die Inszenierung des renommierten österreichischen Regisseurs Wolfgang Quetes unter der musikalischen Leitung von Yonatan Cohen hatte am 22. Dezember im Großen Haus des Theaters Pforzheim Premiere. Die Uraufführung der Operette im Jahr 1885 war für Johann Strauss der größte Bühnenerfolg, der bis heute ungebrochen andauert. Musikalische Einflüsse seines Ungarn-Aufenthaltes sind in der Komposition ebenso zu hören wie die seiner Heimat Wien: Rasante Csárdásläufe wechseln mit melancholischem Moll und schwungvollen Walzern, darunter „Ja, das alles auf Ehr“ oder der „Schatzwalzer“. Die Operette betört durch sanfte Duette, begeistert mit großen Chornummern sowie spritzigen Dialogen und strotzt vor Energie und Rhythmus. Die Kostüme von Anke Drewes und das Bühnenbild von Manfred Kaderk siedeln die Handlung malerisch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert an.

Ein heimlich vergrabener Schatz, zwei Liebesgeschichten und realistisch gezeichnete Figuren durchziehen die bewegte Geschichte. Vorlage dazu ist die Novelle „Sáffi“ des ungarischen Autors Morus Jokai. Die Handlung birgt einige Konflikte, die sich am Ende in Wohlgefallen lösen: Der mittellose Barinkay kehrt aus der Vertreibung in seine Heimat zurück. Sein ungarisches Erbe ist heruntergekommen und der reiche Schweinezüchter Zsupán hat sich auf seinem Land breitgemacht. Der Clan, der den anderen Teil des Geländes besiedelt hat, erkennt Barinkay als seinen Herrn an. Um den Frieden zu wahren, will Barinkay nun Zsupáns Tochter Arsena heiraten. Doch diese ist bereits in Ottokar verliebt und gibt vor, sowieso nur einen Baron heiraten zu wollen. Als schließlich Barinkays Hochzeitspläne mit dem Zigeunermädchen Saffi an der kaiserlichen Sittenkommission scheitern, schließt er sich den Truppenwerbern an und zieht mit den Zigeunern für Österreich in den Krieg. Erst zwei Jahre später wird er nach seiner Rückkehr Braut und Reichtum finden, die ihm von der alten Czipra geweissagt worden waren.

Die Gesellschaft der K.u.K.-Monarchie nahm das Werk in Wien enthusiastisch als großen patriotischen Wurf auf. Autor und Komponist war es wichtig, eine Handlung zu zeigen, die nicht den gängigen Klischees entsprach. Sie zeichnen die Zigeuner rechtschaffen, friedliebend, zuverlässig und treu. Nach Verfolgung und Ermordung im Zweiten Weltkrieg ist die Bezeichnung dieser gebrandmarkten Volksgruppe hierzulande mit „Sinti und Roma“ gefasst worden. Eine Änderung der Begrifflichkeit hat aber keine zwingende Änderung des Umgangs mit ihnen zur Folge. So brachte es die Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Herta Müller auf den Punkt und so halten es viele Zigeuner mit ihr: „Wir sind Zigeuner. Und das Wort ist gut, wenn man uns gut behandelt.“

Diesen Satz stellt Regisseur Wolfgang Quetes seiner Inszenierung voran. Er überarbeitete die Stückfassung, sodass zum Beispiel der Jubelchor „Hurra, die Schlacht mitgemacht“ nicht erklingen wird. Mit Blick auf das vergangene Jahrhundert ist dieser für Wolfgang Quetes unhaltbar geworden. Zudem spielt der dritte Akt in Ungarn und nicht in Wien. Denn der Einzug in die Hauptstadt war eine Forderung der Zensur. Die Pracht der Monarchie und das einfache Leben der Zigeuner klingen bereits in der bekannten Ouvertüre des Stückes an: Die tiefen Streicher spielen pompös auf, mit einer sanften Flötenmelodie wird zu melancholischen Geigen übergeleitet. Heiter hüpft der zweite Teil der Ouvertüre im Dreivierteltakt herein und schwingt weit aus in einem Walzer, der immer rasanter wird, sobald die mitreißenden Rhythmen des ungarischen Volkstanzes Csárdás Einfluss nehmen.

Bilder: Sabine Haymann



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