Bild zur Veranstaltung
Bilder zur Veranstaltung

"Aus dem Nichts"

So 10.11.2019 , 19:00
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Veranstalter
Kultur und Tourismus Singen
Vorverkauf
Tourist Information Singen, +49 (0)7731 85-262 oder -504
Gleich online buchen


"Aus dem Nichts"
Anna Schäfer, Martin Molitor / Bild: Bernd Böhner "Aus dem Nichts"
"Aus dem Nichts"
Mathias Kopetzki, Maika Troscheit, Christian Meyer, Martin Molitor, Philip Wilhelmi / Bild: Bernd Böhner "Aus dem Nichts"
"Aus dem Nichts"
Mathias Kopetzki, Maika Troscheit, Martin Molitor, Christian Meyer / Bild: Bernd Böhner "Aus dem Nichts"
"Aus dem Nichts"
Anna Schäfer, Martin Molitor / Bild: Bernd Böhner "Aus dem Nichts"

Politthriller nach dem gleichnamigen Film von FATIH AKIN

Bühnenfassung und Regie: Miraz Bezar

mit Anna Schäfer, Martin Molitor, Mathias Kopetzki, Christian Meyer u.a.

Euro-Studio Landgraf, Titisee-Neustadt

Bei den ersten, mit großem Beifall bedachten Aufführungen der Tournee hat sich gezeigt, wie hoch der Diskussionsbedarf seitens des Publikums ist. Deshalb findet beim Gastspiel in der Stadthalle Singen anstelle der ursprünglich geplanten Einführung um 18.15 Uhr ein Nachgespräch statt. Die Schauspieler werden den interessierten Zuschauern nach der Vorstellung dieses Politthrillers Rede und Antwort stehen und mit ihnen über die Thematik sowie die Aufführung diskutieren.

Es gibt in der Geschichte der Bundesrepublik wenige Prozesse, die international für Aufsehen sorgten und als Meilensteine für die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte gelten. Der Münchner NSU-Prozess zählt dazu. Von diesen inspiriert, veröffentlichte Regisseur und Autor Fatih Akin 2017 den oscarnominierten Rachethriller „Aus dem Nichts“. Jetzt ist der brandaktuelle Stoff als mutiges, emotionales und durchaus provokantes Bühnenstück zu sehen.

Es ist ein Tag wieder jeder andere: Katja bringt ihren kleinen Sohn Rocco ins Büro ihres deutschkurdischen Mannes Nuri, der sich dank harter Arbeit ein eigenes Unternehmen aufgebaut hat. Doch als sie am Abend zurückkehrt, ist das Gebiet von der Polizei abgesperrt. Eine vor dem Büro deponierte Nagelbombe hat alles zerfetzt – Nuri und Rocco sind tot. Aus dem Nichts bricht Katjas Welt zusammen. Sie erinnert sich noch daran, zuvor am Tatort eine junge Frau gesehen zu haben, auf deren Fahrrad ein schwarzer Behälter geschnallt war. Doch die Polizei stürzt sich lieber auf Nuris kriminelle Vergangenheit und ermittelt im Rotlichtmilieu. Zufällig gehen ihr dabei tatsächlich die wahren Täter ins Netz: das Neonazipärchen Möller. Es kommt zum Gerichtsprozess. Obwohl Katjas Anwalt von einer wasserdichten Beweislage ausgeht – in der Garage des Paares wurden alle Bestandteile für den Bau einer Bombe gefunden –, gelingt es dem Verteidiger durch eine perfide Strategie, den Prozess zu Gunsten der Angeklagten zu entscheiden. Die Möllers werden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Gedemütigt und entsetzt beschließt Katja, das Gesetz selbst in die zu Hand nehmen.

Der Film „Aus dem Nichts“ ist ein Rachethriller vor dem Hintergrund der deutschen NSU-Morde. Damals ermordeten rechtsradikale Terroristen mutmaßlich zehn Menschen, verübten Raubüberfälle und drei Sprengstoffanschläge. Die Polizei tappte jahrelang im Dunkeln und suchte im Umkreis der Opfer nach den Tätern – niemand vermutete die Drahtzieher im rechten Milieu. Fatih Akin besuchte für die Recherche drei Gerichtsverhandlungen des Prozesses.

Das Schauspiel, das den Umgang des deutschen Rechtsstaats mit Opfern und Tätern nationalsozialistischer Verbrechen zeigt, wird aus der Perspektive der traumatisierten Hinterbliebenen erzählt. In der Hauptrolle der Katja, die in ihrem Kampf um Gerechtigkeit alles riskiert, ist Schauspielerin und Sängerin Anna Schäfer zu sehen.

Pressestimmen
"Miraz Bezar inszeniert das NSU-Drama (…) als Politthriller, hochspannend und beklemmend, oft bedrückend, dennoch lebensnah aus der Sicht von Katja. Die junge Frau geht durch viele Höllen."
Hans Karweik, Wolfsburger Nachrichten

"Diesem Stück gelingt, was der Aufarbeitung der NSU-Morde bis heute fehlt: Es bleibt nicht in dem herzzerreißenden Drama der Betroffenen stecken, sondern lenkt ebenso unaufdringlich wie wirksam den Fokus auf die Meta-Ebene dahinter. Katja wird gespielt von Anna Schäfer. die auch schon in einigen Comedy-Formaten auf sich aufmerksam gemacht hat. Auf der Bühne ist sie eine Frau, die zerstört wird. Nicht nur von dem Schicksalsschlag, sondern von den Begegnungen mit Ermittlern, aber auch mit Nachbarn und sogar mit Freunden. Sie kann sich nicht gegen die umfassende Zerstörung und Uminterpretation ihres Lebens zur Wehr setzen. Selbst wohlmeinende, nahe stehende Menschen vermuten zuvor noch Undenkbares. (…) Das Leben, das Katja mit Mann und Kind führte, an das sie sich erinnern sollte und das sie betrauern müsste, wird ihr entrissen, zerrissen, Irreparabel zerstört. Dabei zuzuschauen könnte unerträglich sein, beobachtet der Zuschauer im Theater doch wahre Menschen und nicht nur eine Fllmkonserve. Aber Anna Schäfer hält immer die richtige Distanz aufrecht, bleibt bei ihrer Figur und stellt sie nicht aus. Das ist eine sehr bemerkenswerte Leistung."
Ulrike Krickau, Brunsbütteler Zeitung

"Alle Protagonisten zeigen Vielseitigkeit, schlüpfen in unterschiedliche Rollen und überzeugen mit großem Engagement und Einfühlungsvermögen. (…) Die Geschichte ist packend erzählt. Über die Videoleinwand laufen zum Schluss Namen und Porträts der Opfer rechter Gewaltmorde. Stille im Zuschauerraum – dann begeisterter Applaus."
Marielouise Scharf, Amberger Zeitung

Bilder: Bernd Böhner



Sie befinden sich hier: Aktuelles & Infos > Aktuelle Veranstaltungen > Alle Veranstaltungen

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen X